Gottesdienst in Ruruma

 


Heute fahren wir von Kiomboi nach Ruruma. Es sind nur wenige Kilometer, die nach der langen Fahrt gestern eigentlich ein Klacks sind. Aber auf dem Weg fahren wir über Stolperpisten aller bester Qualität. Die Straße, oder besser der befestigte Feldweg, wird gerade neu befestigt. Daher sind über fast die gesamte Länge Stein-Erd-Geröll Ladungen abgelegt, die wohl verteilt und verdichtet werden sollen. Das machte die Fahrt dann doch länger und holpriger. Aber wir kommen alle gesund und pünktlich in Ruruma an. Der Gottesdienst soll um 9:30 Uhr beginnen. Wir Bläser dürfen im Gottesdienst auch mitwirken. Roland darf die Predigt halten.


 Der Gottesdienst beginnt, wir spielen zum Einzug und nehmen die voll besetzte Kirche in Ruruma war. Heute sind sowohl Taufen, als Konfirmation angesagt. Doch bis es dazu kommt, wird vorbereitend erstmal noch das neue Mischpult gesegnet und Menschen aus der Kirchenzucht entlassen. Zwei für uns ungewohnte Aktionen. 

Es ist für mich nicht klar zu sagen, wie viele Taufen es waren. Eine große Menschentraube steht vor dem Altarraum, drei Pastoren taufen parallel. Mögen es 50 Taufen gewesen sein, so sind wir von der Anzahl der Konfirmanden erst recht beeindruckt: Es waren wohl 103 Konfirmanden. Das Alles geschieht in einem Gottesdienst. Zwischendurch singen die verschiedenen Chöre und auch wir dürfen gelegentlich spielen.


Nach fünf Stunden, in denen noch einem Abendmahl stattfindet, kommt dieser Gottesdienst zu einem Ende. Wir sind völlig erledigt und erfüllt zugleich. Es gab viele Kinder, die vor den ersten Reihen im Altarraum saßen. Kein extra Kindergottesdienst. Erstaunlich ruhig verfolgen sie das Geschehen.

Wir essen zusammen und hören vom Kindergarten und von der Schule. Sie bedanken sich sehr für die Unterstützung der pommerschen Gemeinden. Nach berichten aus ihrer Arbeit kommen auch Ideen zu weiterer Förderung. Gerade die Schule träumt davon, einen weiteren Laptop einsetzen zu können, einen Beamer zur Unterstützung zu bekommen oder gar einen Computerraum ausrüsten zu können. Es sind alles gute Ideen. Wir freuen uns auf die Anträge, die unserer Partner jetzt vorbereiten.



Zurück in Kiomboi nutzen wir die Zeit für eine Bläserprobe. Unser etwas tieflastiges Ensemble spielt Spirituale, Choräle und Vortragsstücke aus dem laufenden Programm des Posaunenchores der Johannesgemeinde in Greifswald. Es macht großen Spaß. 

Die Studierendenschaft lädt uns zu einem Abendtreffen ein. Ein gegenseitiges Vorstellen durch Musik und Anspiele der verschiedenen Jahrgänge, Studienrichtungen und Herkunftsregion. Es ist toll, fühlt sich authentisch an und gar nicht nach Touristen-Programm, (obwohl es natürlich schon auch irgendwie war). Wir sehen aber das Erzählende, dass die Studenten uns durch Musik und Anspiel erzählen, woher sie kommen und was ihre Gruppe auszeichnet. Das schönste aus meiner Sicht ist die Verabschiedung, weil es ein buntes Durcheinander gibt, wer mit wem fotografiert werden kann, von wem man sich verabschiedet hat. Es hebt die davor geltende Trennung zwischen uns, den Gästen und den Studierenden, den Gastgebern, ein wenig auf und steht auf gleicherer Ebene.


Ein voller, gesegneter und einfach wunderbarer Tag endet mit einem Blick in den Sternenhimmel vor unserer Unterkunft. Drei Sternschnuppen scheinen diesem Abend noch einen besonderen Glanz verleihen zu wollen. Und das gelingt.

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